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 Der Erwerb von Schwanzlurchen      

 

Die häufigste Praxis:

Von Einsteigern in die Amphibienhaltung werden Molche meist in den Zoohandlungen gekauft. Hierbei handelt es sich fast ausschließlich um geschwächte, kranke Wildfänge, die schon schlimme Strapazen hinter sich haben.

Eine teilweise vorgebrachte Schutzbehauptung, dass es sich dabei um Nachzuchten handelt, ist meist nicht zutreffend - wenn doch wird der Händler hierfür Nachweise erbringen können. Adulte Nachzuchten hätten einen hohen Preis der für den Handel heute noch nicht wirtschaftlich ist.

Meist handeln die Käufer in der guten Absicht so zumindest einige Tiere zu retten. Tatsächlich unterstützen sie damit aber nur das Prinzip des Massenimports und haben mit dem Kauf bereits verloren!

Ich bekomme fast täglich Anfragen wegen geschwächten Tieren, Molchen mit offenen Stellen, durch Wurmbefall abgemagert, langsam oder schnell sterbend  ......

 

Es ist immer das Gleiche:

Die ersten Molche sterben bei der Sammlung und Zwischenlagerung im Heimatland wo sie aus unterschiedlichsten Populationen zusammengewürfelt werden. Die nächsten beim Export und Großhändler; dann geht's weiter in den Zooläden. Die Toten werden einfach aussortiert und weiter geht der Rest. Von den Hunderttausenden die davon in den letzten Jahren verkauft wurden lebt mittlerweile nur noch ein verschwindend kleiner Rest. Die übrigen sind auf dem Weg oder in den Wohnzimmeraquarien verstorben – obwohl unter geeigneten Bedingungen viele Arten 20, 30, 40 oder mehr Jahre alt werden können.

Das alles ist leider nicht übertrieben. Die einzige Möglichkeit, diese Machenschaften zu stoppen ist ein

 

   Boykott des Kaufs von Wildfang-Massenimporten !

 

Wer nun bereits Tiere gekauft hat, sollte denen natürlich die größtmöglichen Überlebensaussichten geben - d.h. optimale Haltung und ganz dringend mindestens

- eine Kotuntersuchung und

- Untersuchung auf Chytridiomykose

bei einem mit Amphibien erfahrenen Tierarzt (siehe "Links"); nicht bei dem "Tierarzt um die Ecke".

In der Regel können die Proben an das Untersuchungsinstitut verschickt werden, so dass die Entfernung keine Rolle spielt.

 

Wenn dann Parasiten festgestellt werden (und das ist die Regel) - oder gar eine Chytridiomykose - benötigen die Molche für die Behandlungszeit eine halbsterile Unterbringung und konsequente Therapie.

 

Die aktuellen Probleme zu dem 2013 bekannt gewordenen "Salamanderpilz" Batrachochytrium salamandrivorans - mit seuchenartigem Verlauf in der niederländischen Feuersalamander Population - unterstreichen die Wichtigkeit solch vorbeugender Maßnahmen.

 

Wie es besser geht:

Von vielen Arten gibt es in der AG Urodela Zuchtgruppen, sodass für interessierte Molchhalter auch Nachzuchten zur Verfügung stehen. Natürlich kann nicht ganzjährig eine ausreichende Menge angeboten werden. Das heißt, wer eine bestimmte Form sucht muss teilweise längere Wartezeiten in Kauf nehmen. Außerdem bedeutet der Erwerb von Nachzuchten, dass es sich um Jungtiere handelt die i.d.R. noch an Land leben und somit anders gehalten werden müssen als adulte Tiere.

 

Viele Einsteiger schrecken vor dem Erwerb so kleiner Molche zurück, und trauen sich die Aufzucht nicht zu. Tatsächlich ist sie aber z.B. nach dem HIER beschriebenen Verfahren relativ unproblematisch, und die Haltung der oben beschriebenen adulten Wildfangmolche macht meist deutlich mehr Schwierigkeiten.

Außerdem lohnt die eigene Aufzucht immer!

Die neuen Molchhalter können dann - wenn es nach zwei bis drei Jahren eigene Nachzuchten gibt - bereits auf einen guten Erfahrungsschatz zurückgreifen. Nicht zu vergessen auch, dass der Erfolg von Nachzuchten bei selbst aufgezogenen Tieren deutlich höher zu bewerten ist als bei bereits "fertig" erworbenen.

 

Trotzdem werde ich von Interessenten häufig gebeten, doch die Nachzuchten für sie aufzuziehen. Es kann aber kein Molchzüchter leisten, einen Großteil seiner Nachzuchten bis zur Geschlechtsreife zu behalten. Bei artgerechter Pflege würde das jeden Rahmen (Zeit und Raum) sprengen. Seltener wird auch der Preis kritisch hinterfragt, da die adulten Wildfangtiere meist zu Schleuderpreisen angeboten werden. Ich möchte hier deshalb ausdrücklich darauf hinweisen – mit der Nachzucht von Molchen lässt sich kein Geld verdienen oder auch nur die laufenden Kosten decken. Die Hobbyzüchter machen das aus Freude an den Tieren!

 

Um Missverständnissen vorzubeugen (siehe auch: Importbedingungen):

Ich spreche mich nicht grundsätzlich gegen die Haltung von Wildfängen aus wenn diese nachhaltig, aus stabilen Populationen und den geltenden Gesetzen entnommen werden.

      -         Diese Naturentnahme darf die Bestände aber nicht gefährden,

      -         die Tiere müssen beim Import in die EU seuchenhygienisch untersucht werden,

      -         sie müssen in jeder Phase artgerecht gehalten und möglichst schnell an den "End"-Halter weiter vermittelt werden.

      -         Wenn bei den Haltern keine Erfahrungen vorliegen müssen diese vorher eingehend beraten werden.

      -         Die Zwischenhälterung größerer Gruppen und die Vermischung von Tieren aus unterschiedlichen Populationen ist zu vermeiden.

      -         Alle zur Haltung entnommenen Tiere müssen eine eindeutige Angabe zum Fundort haben;

      -         Zuchtgruppen zur Erhaltung reiner Terrarien Populationen sind anzustreben.

 

 

Paul Bachhausen

 

Meine eigenen Nachzuchtangebote finden sich HIER!

 

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Cynops ensicauda ensicauda wenige Wochen nach der Metamorphose.