Der Lykische Salamander
Lyciasalamandra (Mertensiella)
Verbreitung:
Die
Verbreitung der Gattung ist auf eng begrenzte Bereiche des kleinasiatischen
Festlands (Lykien) und einige vorgelagerte ägäische Inseln beschränkt. Hier
bewohnt sie Gebiete, die in die Zone der Kalkverbreitung fallen. Lyciasalamandra
benötigt ein reichhaltiges unterirdischen Lückensystem, um die heißen
und trockenen Sommermonate zu überbrücken. Die Fundorte zeichnen sich zusätzlich
als mediterane Winterregengebiete mit einer durchschnittlichen
Jahresniederschlagsmenge von mehr als 1000 mm und einer
Januardurchschnittstemperatur von über 0°C aus.
Beschreibung:
Es sind mittelschlanke Salamander, mit eine Gesamtlänge
von etwa 11 bis 14 cm. Bei der Art Lyciasalamandra atifi können aber
auch bis zu 18 cm erreicht werden. Bei geschlechtsreife Männchen befindet sich
auf der Oberseite der Schwanzbasis der für die Gattung typische
Paarungshöcker.
Die Färbung ist in Abhängigkeit von der (Unter)Art äußerst
variabel. Brauntöne, silbrige, weiße, gelbe bis orangegelbe Bereiche und
Flecken - je nach (Unter)Art auch rote oder lachsfarbene Körperbereiche – sind
für die einzelnen (Unter)Arten charakteristisch. Der Rücken ist stets dunkler
als die Flanken und der Bauch. Teilweise ist die Bauchhaut so gering
pigmentiert, das die inneren Organe zu erkennen sind.
Die Augen sind groß und hervorstehend. Die schmalen Parotiden sind
deutlich ausgebildet. Die Haut ist glatt. Die Rumpfseiten sind quer gefurcht.
Der Schwanz ist etwa gleich lang oder etwas kürzer wie die Kopf/Rumpflänge.
Arten:
Derzeit sind neun (Unter)Arten beschrieben, deren
Verbreitungsgebiete alle relativ klein und von den anderen klar
abgegrenzt sind:
Lyciasalamandra
luschani luschani
Lyciasalamandra
luschani basoglui
Lyciasalamandra
luschani finikensis
Lyciasalamandra
helverseni
Lyciasalamandra
flavimembris
Lyciasalamandra
fazilae
Lyciasalamandra
billae
Lyciasalamandra
anatlyana
Lyciasalamandra
atifi
Eine Abbildung von Mertensiella helverseni ist auf dem
Umschlagbild „Die Landsalamander Europas, Teil 1 , Reiner Klewen“ zu finden.
(Buchtipp für März)
Lebensraum:
Der Lykische Salamander ist in seiner Habitatwahl
nicht auf offenes Wasser angewiesen. Die Höhenverbreitung wird
von fast Meereshöhe bis auf ca. 920 m ü. NN angegeben.
Lebensweise, Verhalten:
Ein
großer Teil der Aktivitäten des Lykischen Salamanders findet im Lückensystem
des karstigen Untergrundes statt. Die oberirdische Aktivität erstreckt
sich auf das Winterhalbjahr; und hier im wesentlichen auf die Dämmerungs- und
Nachtstunden.
Lykische
Salamander lassen sich nach Auskunft erfahrener Schwanzlurchhalter nicht
erfolgreich in Terrarien halten. In der Regel treten innerhalb des ersten
Haltungsjahres starke Hautschäden auf, die schließlich zum Tod der
Tiere führen. Deshalb sollte auf eine Terrarienhaltung unbedingt verzichtet
werden. Allenfalls für wissenschaftliche Untersuchungen, die dem Schutz der
Tiere dienen, lässt sich eine Haltung rechtfertigen.
Paarung
Die
Paarung erfolgt an Land und entspricht vom Ablauf etwa dem in der Gattung Salamandra. Allerdings wird hierbei der Schwanzwurzelhöcker in ähnlicher weise
wie bereits bei Mertensiella caucasica beschrieben eingesetzt.
Fortpflanzung
Ähnlich
wie beim Alpensalamander werden zwei voll entwickelte Jungsalamander
geboren. In jedem Uterus wird also nur ein Ei befruchtet. Die „Larven“ ernähren
sich dann im Mutterleib von den übrigen, unbefruchteten Eiern. Im Gegensatz zum
Alpensalamander gibt es bei dieser Art aber keinen Hinweis auf die Ernährung über
eine „Zona trophica“ (s.u.). Die
Trächtigkeit dauert vermutlich etwa sechs bis acht Monate.
Gesetzliche
Bestimmungen
Nach
der Bundesartenschutzverordnung ist der Lykische Salamander bei uns geschützt
und darf nicht aus der Natur entnommen werden.
Erklärung - „Zona trophica“:
Nachwachsender Gewebebereich im Uterus des Alpensalamanders
der von den Larven „abgeweidet“ wird.
Weitere Abbildungen von Lyciasalamandra sind auf
folgender Seite zu finden:
http://elib.cs.berkeley.edu/photos/browse_imgs/amphibian_sci_30.html
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Gattung Mertensiella
Paul Bachhausen
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